Die EMCO Privatklinik wird von Bad Dürrnberg bei Hallein an die Salzach in den Wissenspark Salzburg-Urstein übersiedeln. Der Eigentümer, die EMCO Maier Privatstiftung, hat mit der petruswerk Projektentwicklungs- und Liegenschaften AG mit Sitz in Linz einen Vertrag über den Neubau des Sanatoriums geschlossen. Die Übersiedlung ist für Dezember 2013 geplant. Das gaben die EMCO Privatklinik und das petruswerk in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Puch-Urstein, heute, Donnerstag, 15. September 2011, bekannt.
Mit dem Neubau der EMCO Privatklinik startet der lange erwartete zweite Bauabschnitt des Wissensparks Salzburg-Urstein. Dort entstehen mehr als 40.000 Quadratmeter Nutzfläche – neben der Klinik ein Vier-Sterne-Hotel, Mitarbeiterwohnungen, Kinderbetreuungseinrichtungen sowie Büros und Betriebsflächen. Die gesamte Architektur wurde vom deutschen Büro kadawittfeldarchitektur entworfen, das bereits die FH Salzburg und damit den ersten Bauteil des Wissensparks gebaut hat. Auf dem Gelände südlich des Autobahnanschlusses Puch direkt an der Salzach wird damit das größte geschlossene Ensemble zeitgenössischer Architektur im Zentralraum Salzburg errichtet.
EMCO Maier Privatstiftung: Zukunftssicherung durch Entwicklung
Für den Eigentümer, die EMCO Maier Privatstiftung, betonte Stiftungsvorstand
Dr. Hannes Fink von KPMG, der Unterschrift unter den Bauvertrag seien lange und intensive Verhandlungen vorausgegangen. Die EMCO Privatklinik als eine der führenden medizinischen Einrichtungen in Salzburg sehe letztendlich in der Übersiedlung den unerlässlichen Schritt, um die Zukunft des Sanatoriums und seiner 100 Mitarbeiter abzusichern.
Seit der Gründung der Klinik im Jahr 1986 habe sich die klinische Betreuung stark verändert. Die stationären Aufenthalte seien kürzer, neue Formen von ambulanter Behandlung wie etwa Tageskliniken nehmen an Bedeutung ständig zu. Diesen Veränderungen könne sich die EMCO Privatklinik auf dem Dürrnberg nur schwer anpassen, was die Entwicklung beeinträchtige. Die frühere Stärke, den Klinikaufenthalt nach einer Operation in einem kleinen Luftkurort auf dem Berg zu verbringen, sei zum Hemmschuh geworden. Denn für ambulanten Patienten, Ärzte und das gesamte Personal spiele die Erreichbarkeit heute eine viel größere Rolle.
Umbau kostenintensiv und nur bei Totalschließung
Auch baulich sei die Klinik auf dem Dürrnberg eingeschränkt. Das derzeitige Gebäude lasse sich nur mit hohen Kosten und bei totaler Stilllegung des Betriebes adaptieren. „Für den harten Konkurrenzkampf eines Sanatoriums, das keinen öffentlichen Träger als Abgangszahler hat, keine vorteilhaften Bedingungen“, erklärte Fink. Deshalb hätten sich die Eigentümer entschlossen, sich im Wissenspark Salzburg-Urstein anzusiedeln und dort eine völlig neue Klinik in Betrieb zu nehmen. Der Neubau eröffne zahlreiche Chancen – sowohl medizinisch wie auch wirtschaftlich.
Einsatz für die Zukunft am Dürrnberg
Über die Höhe der Investition am neuen Standort wurde mit dem Errichter petruswerk Stillschweigen vereinbart, sie liege aber deutlich im zweistelligen Millionenbereich. Als Teil des Neubau-Projektes werde das Gelände auf dem Dürrnberg von der Asamer-Gruppe übernommen. Fink betonte, die EMCO Privatklinik fühle sich der Zukunft des bisherigen Standortes verpflichtet und werde den neuen Eigentümer bei der Neuansiedelung intensiv beraten und unterstützen.
petruswerk Österreich gibt Startschuss zur Wissenspark-Erweiterung
Mit dem Baubeginn der Tiefgarage im Oktober gibt das petruswerk Österreich den offiziellen Startschuss zur baulichen Erweiterung des Wissensparks in Salzburg-Urstein. Mit dem Neubau der EMCO Privatklinik und deren Übersiedlung im Dezember 2013 folgt zugleich das erste große und wichtige Teilprojekt. „Wir freuen uns sehr“, so Dr. Douglas Fernando, Vorstand von petruswerk Österreich, dem Eigentümer und Bauträger, „die Erweiterung des Wissensparks nun endlich in die Tat umsetzen zu können und diesen bereits bestehenden Know-how-Standort mit namhaften und hochqualitativen Wirtschaftsbetrieben und Unternehmen zu ergänzen. Mit der EMCO Privatklinik haben wir einen idealen ersten Partner gefunden.“
Baubeginn Hotel- und Restaurantprojekt im Oktober
Das petruswerk selbst engagiert sich im Wissenspark mit einem Vier-Sterne-Hotel und einem Restaurant, das von der 100-prozentigen Tochtergesellschaft Severin Hotelmanagement und Consulting GmbH geführt und betrieben werden wird. Das Hotel verfügt über 70 Zimmer in drei Kategorien sowie 14 sehr großzügige Appartements. Die Einreichung erfolgt noch im September, nach Bewilligung ist Baubeginn voraussichtlich noch im Oktober, für Ende 2013 ist das Bauende geplant. Mit vielen weiteren potenziellen Interessenten liefen Gespräche und intensive Verhandlungen, was zeige, dass das Interesse am Wissenspark sehr hoch sei, so Fernando weiter. Größte Sorgfalt werde bei der Auswahl der interessierten Unternehmen auf Nachhaltigkeit und Kooperationsmöglichkeit gelegt. Allen angesiedelten Unternehmen, mit den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern, solle aus der Entscheidung, im Wissenspark zu arbeiten, hoher Nutzen erwachsen. Damit sei die Basis für optimale wirtschaftliche Entwicklung gegeben. Der Zeitplan sehe die Gesamtfertigstellung des Wissensparks im Frühjahr 2014 vor.
Fertigstellung der sechs Bauteile bis Ende 2013
Auf insgesamt 40.250 Quadratmetern wird nun mit der Erweiterung des Wissensparks Salzburg-Urstein begonnen werden. Sechs Bauteile von 3.600 bis 9.000 Quadratmeter Nutzfläche werden bis Ende 2013 alle in einem Zuge im Rohbau fertig sein. Tiefgarage, integrierte Hotellerie und Gastronomie, 14 Innenhöfe sowie eine 4.800 Quadratmeter große Piazza sorgen für eine optimale Infrastruktur des gesamten Ensembles. Bauträgerin und Projektentwicklerin ist die petruswerk Projektentwicklungs- und Liegenschaften AG. Für die Architektur zeichnet das Büro kadawittfeldarchitektur verantwortlich.
Die Realisierung einer Vision
Projektinitiator Dr. Wolfgang Gmachl, der schon die treibende Kraft bei der Errichtung der Fachhochschule Salzburg (255 MitarbeiterInnen, ca. 700 LektorInnen, 2.164 StudentInnen, davon 1.783 in Urstein, 18 Bachelor und 7 Master-Studiengänge), des mit 328 Wohneinheiten größten Salzburger Studentenheims, der Sanierung des Schlosses, welches Sitz der SMBS (mit derzeit 300 Vortragenden, ca. 25 MitarbeiterInnen und aktuell 650 TeilnehmerInnen an den Master-Lehrgängen), der Akademie Schloss Urstein und des Batliner Europainstituts ist, sowie der Renovierung der Meierei gewesen ist, begrüßte den jetzt erfolgten Auftakt für Bauabschnitt 2 im Wissenspark Salzburg-Urstein. Damit entstehe jetzt auch die zweite Hälfte des Gesamtkonzeptes: die Ansiedlung von fachhochschulaffinen, wissensorientierten Wirtschaftsunternehmen am besterschlossensten Standort im Salzburger Zentralraum. Gmachl stellte die Kernpunkte der Weiterentwicklung vor:
- Das architektonische Konzept von kadawittfeldarchitektur wird nun vervollständigt, sodass ein hochwertiges Ensemble in einer hochwertigen Umgebung entsteht.
- Zur den Ausbildungs- und Forschungsstätten gesellen sich – nach der bereits erfolgten Ansiedlung der Firma Stadlbauer mit 130 Mitarbeitern am Standort – weitere anwendungsorientierte Wirtschaftsunternehmen hinzu.
- Der Wissenspark bietet also auch der innovativen Wirtschaft der Region einen hoch attraktiven Standort. Die EMCO Privatklinik macht für den Medizinbereich jetzt den erfreulichen Anfang.
- Der Wissenspark erhält zusätzliche Infrastruktur wie Wohnungen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Hotel etc.
- Die Kombination Klinik/Hotel ist Beispiel gebend für den europäischen Raum und stärkt die Position der EMCO Klinik als Anbieterin im medizintouristischen Bereich.
Ein in Österreich völlig neues Klinikkonzept
Der Geschäftsführer der EMCO Privatklinik Mag. Thomas Kreuz sagte, das neue Sanatorium werde eine in Österreich einzigartige medizinische Versorgung anbieten. Für dieses Konzept benötige man aber optimierte Räumlichkeiten und eine leichtere Erreichbarkeit. Selbstverständlich sei für eine auf Privatpatienten und eine spezialisierte Fachärzteschaft aufbauende Klinik ein hochwertiges Ambiente Voraussetzung. Der Wissenspark Salzburg-Urstein biete ein derartiges Umfeld:
- Das urbane architektonische Ensemble von kadawittfeldarchitektur mit Piazza sowie der Anbindung an die FH und die S-Bahn über den Fußgängersteg.
- Die landschaftlich reizvolle Lage an der Salzach im Landschaftsschutzgebiet, mit direktem Zugang zum Fluss und dem Salzachsteg, der das Wohngebiet Rif/Rehofsiedlung erschließt.
Das medizinische Herzstück der Neukonzeption sei die erste moderne Poliklinik in Österreich. „Wir wollen hier beispielhaft das Gesundheitswesen der Zukunft mitentwickeln“, kündigte Kreuz an. In der Poliklinik werden die Fachärzte der EMCO Privatklinik in ihren medizinischen Fachrichtungen ambulante Patientenbetreuung unter Nutzung der Klinikstrukturen und in einer völlig neuen, patientenfreundlichen Organisationsform anbieten: Die Ambulanzen und alle notwendigen medizinisch-technischen Einrichtungen wie Labor oder Röntgen sind nicht nur unter einem Dach, sondern auf engste inhaltlich und organisatorisch vernetzt. „Wer in diese Poliklinik kommt oder zugewiesen wird, erhält auf kurzem Weg und durch direkte Zusammenarbeit eine fachübergreifende Diagnose mit allen Befunden“, betonte Kreuz.
Die neue EMCO Privatklinik biete damit am neuen Standort ein durchgängiges, fachärztliches Betreuungsangebot für ambulante sowie semistationäre und stationäre Patienten – alles aus einer Hand, an einem Ort und möglichst an einem Termin. Durchgängigkeit in dieser hohen Qualität sei in Österreich neu und werde zusätzliche Patienten anziehen, sagte Kreuz.
60 Prozent mehr Nutzfläche
Die EMCO Privatklinik wird im Wissenspark Salzburg-Urstein auf einer Grundfläche von 4.500 Quadratmetern im Gebäude A des neu entstehenden Bauteils untergebracht. Es entstehen 7.200 Quadratmeter Nutzfläche, darunter drei statt bisher zwei Operationssäle. Die Klinik wird nach wie vor 56 stationäre Betten aufweisen, vorzugsweise Einbettzimmer. Dazu kommen drei Intensivbetten auf der neuen Intensivstation sowie zehn Betten in der Tagesklinik. Die Mitarbeiterzahl werde, so Geschäftsführer Kreuz, von derzeit 100 auf 120 steigen. Die EMCO Privatklinik hat derzeit 27 angestellte Fachärzte und wird im Neubau 35 haben.
Wissenspark als Schlüssel für gemeinsamen Erfolg
Die Kooperation mit der FH Salzburg bietet vielschichtige Möglichkeiten bei Forschung und Ausbildung. Man denke dabei nicht nur an die dort unterrichteten Gesundheitsfächer wie Physiotherapie, Orthoptik, Radiologietechnologie oder die Gesundheits- und Krankenpflege, sondern auch an die Informationstechnologien. Diese werden in der Medizin und im Gesundheitswesen der Zukunft eine bedeutende Rolle spielen, zum Beispiel durch medizinische Datenbanken oder die elektronische Gesundheitsakte. In Salzburg könne man schon rechtzeitig in dieses Feld einsteigen und gemeinsam Anwendungen entwickeln. Weiters hob Kreuz das Vier-Sterne-Hotel hervor, das die zum petruswerk gehörende Severin Hotelmanagement betreiben wird. Das Hotel übernimmt die gesamte gastronomische und diätische Versorgung der Klinik, gleichzeitig bietet es Tagungsräume und eine hochwertige Unterbringung für den Gesundheitstourismus.
Glänzende Perspektiven im Gesundheitstourismus
In diesem Gesundheitstourismus wolle die EMCO Privatklinik eine führende Rolle spielen. Dabei sollen internationale, kaufkräftige Privatpatienten – unterstützt von der allgemeinen Anziehungskraft Salzburgs – an die Salzach gebracht werden, um spezielle Gesundheitsangebote von Wellness über Sport bis zur Medizin in integrierten Betreuungspaketen zu nutzen. Ein entsprechendes Konzept sei bereits in Kooperation mit dem Land Salzburg in Umsetzung, erläuterte Kreuz. „Wir bieten hervorragende Medizin in einer überschaubaren Struktur, in dem die persönliche Beziehung Arzt-Patient im Mittelpunkt steht. Das wird in Zukunft international stark nachgefragt“, ist Kreuz überzeugt.
Ärztlicher Leiter: medizinische Vertiefung und weitere Spezialisierung
Dr. Egon Alzner, der ärztliche Leiter der EMCO Privatklinik, betonte, das medizinische Personal stehe voll hinter der Übersiedlung in den Neubau, weil sich damit völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Seine Klinik werde sich auch an der Salzach trotz der räumlichen Erweiterung nicht zu einem medizinischen Bauchladen aufblähen. Die bisher zehn Fachgebiete, in denen die EMCO Privatklinik angestellte Fachärzte hat und Behandlungen durchführt, werden nicht vermehrt. In den drei medizinischen Schwerpunktgebieten Bewegungs- und Stützapparat, Augenheilkunde sowie Haut- und Geschlechtskrankheiten komme es hingegen zu einer weiteren Vertiefung und Spezialisierung. „Es wird künftig für jedes Organ und jeden Körperteil, den wir behandeln, eigene Spezialistenteams geben. Sie bestehen nicht nur aus dem Arzt, sondern auch aus dem notwendigen Pflege- und Laborpersonal“, sagte Alzner. Die Klinik werde durch ihre verbesserte Poliklinikstruktur auch als privatärztliche Krankenhausambulanz agieren, die in Diagnostik und Therapie die Möglichkeiten von Facharztpraxen ergänzt.
Steigende Patientenzahlen erwartet
Der medizinische Leiter rechnet durch die neuen Möglichkeiten der Poliklinik mit einem Ansteigen der Patientenzahlen. Derzeit behandelt die EMCO Privatklinik jährlich 3.500 Patienten mit rund 10.000 Belegstagen stationär sowie weitere 10.000 Patienten ambulant. Alzner geht davon aus, dass das neue Hotel auch bei tagesklinischen Betreuungen eine Rolle spielen werde.
Attraktiver Arbeitsplatz für Ärzte
Neu errichtet werden eine Intensivbehandlungsstation für komplexe Anforderungen sowie ein erweiterter Diagnostikbereich, die alle präoperativen Untersuchungen vernetzt durchführt, um mögliche Risken für Patienten zu minimieren. Die drei Operationssäle erhalten auch einen integrierten Aufwachbereich. Das neue Sanatorium werde durch Lage, Ausstattung und den medizinischen Möglichkeiten auch ein hoch attraktiver Arbeitsplatz für Ärzte sein.